Bei verrauschten, abgehackten oder abbrechenden Telefonaten reicht ein Mobilfunk-Speedtest nicht, um die Ursache zu finden. Vergleichen Sie mehrere Gespräche an verschiedenen Orten, mit verschiedenen Geräten und über Mobilfunk oder WLAN. So lässt sich eher erkennen, ob Empfang, WLAN oder Telefon das Problem verursacht.
Die Werkzeuge der Bundesnetzagentur zeigen Mobilfunkversorgung, Netzverfügbarkeit und Datenraten. Eine bundesweit einheitliche Behördenmessung zur Verständlichkeit einzelner Telefonate gibt es nicht. Notieren Sie deshalb die Ergebnisse Ihrer Vergleichsgespräche.
Telefonate systematisch vergleichen
Führen Sie mehrere kurze Gespräche und ändern Sie dabei jeweils nur einen Faktor. So sehen Sie, ob die Störung nur an einem bestimmten Ort, nur bei Anrufen in eine Richtung oder nur mit einem bestimmten Gerät auftritt.
Notieren Sie bei jedem Anruf:
- Datum und Uhrzeit sowie den genauen Ort
- ob Sie drinnen oder draußen waren
- ob das Gespräch über Mobilfunk oder WLAN-Telefonie lief
- welches Gerät Sie nutzten
- was genau störte: etwa Rauschen, dumpfer Ton, Aussetzer, Verzögerung oder ein Gesprächsabbruch
- ob Sie die andere Person schlecht hörten, selbst schlecht verstanden wurden oder beides
Bitten Sie auch die andere Person um eine Einschätzung. Einseitige Verständigungsprobleme fallen sonst leicht unter den Tisch. Testen Sie am selben Ort erst drinnen, dann draußen. Bleibt die Störung, probieren Sie es an einem anderen Ort oder zu einer anderen Tageszeit.
Das Protokoll hilft bei der Fehlersuche und beim Gespräch mit dem Anbieter. Es ist jedoch kein amtlicher oder zertifizierter Nachweis einer mangelhaften Sprachqualität.

Mobilfunkempfang richtig einordnen
Die Mobilfunk-Monitoring-Karte der Bundesnetzagentur schätzt den Empfang im Freien ein. Sie beruht auf Angaben der Netzbetreiber und stellt den Empfang in Feldern von 100 mal 100 Metern dar. Innerhalb eines Feldes kann der Empfang variieren; für Gebäude gibt die Karte keine sichere Auskunft. Der Empfang in Gebäuden hängt auch von Wänden und Wärmeschutzverglasung ab. Telefon und Netzauslastung beeinflussen ebenfalls den tatsächlichen Empfang.
Die App Mobilfunk-Check der Bundesnetzagentur zeigt, ob ein Netz oder ein Mobilfunkstandard wie 2G, 4G oder 5G verfügbar ist. Über die App können Sie auch Funklöcher melden. Laut Bundesnetzagentur wird ein Funkloch durch eine einzelne Meldung nicht automatisch behoben. Der Speedtest der Behörde misst dagegen die verfügbare Datenrate.
Ein guter Downloadwert zeigt nicht, ob Sie beim Telefonieren klar zu hören sind. Auch eine Funklochmeldung erklärt allein nicht, warum ein bestimmtes Gespräch schlecht klang. Nutzen Sie Karte, Netzcheck und Speedtest deshalb als zusätzliche Hinweise. Sie bewerten nicht direkt die Gesprächsqualität.
Auch das behördliche Nachweisverfahren für mobile Daten hilft bei Sprachproblemen nicht weiter. Es umfasst bis zu 30 Messungen an bis zu fünf verschiedenen Kalendertagen und prüft die vertraglich vereinbarte Datenleistung. Es misst weder die Verständlichkeit noch Störgeräusche oder Gesprächsabbrüche.
WLAN-Telefonie separat testen
WLAN-Telefonie überträgt den Anruf über ein WLAN, statt dafür die Mobilfunkverbindung zu nutzen. Sie kann in Gebäuden mit schwachem Mobilfunkempfang eine sinnvolle Alternative sein. Vergleichen Sie die Gespräche über WLAN und Mobilfunk getrennt, damit Sie wissen, welcher Übertragungsweg bei einem Anruf genutzt wurde.
Bei O₂ erkennen Sie WLAN-Telefonie beispielsweise an einem entsprechenden Symbol oder einem Hinweis auf dem Anrufbildschirm. Die genaue Anzeige hängt vom Gerät ab. Anbieter weisen auch auf mögliche Einschränkungen hin: Eine schwache WLAN-Verbindung sowie bestimmte Router- oder Firewall-Einstellungen können die Gesprächsqualität verschlechtern oder Abbrüche verursachen. Die Netzverbindung kann außerdem beeinflussen, über welchen Weg das Gerät telefoniert.
Ein besseres Ergebnis über WLAN ist ein Hinweis darauf, dass der Mobilfunkempfang am Testort eine Rolle spielen könnte. Es beweist die Ursache aber nicht. Ändern Sie für einen aussagekräftigen Vergleich möglichst nur den Übertragungsweg und führen Sie die Gespräche am selben Ort.
Gerät und SIM-Karte prüfen
Tritt die Störung an verschiedenen Orten auf, starten Sie das Telefon neu und prüfen Sie, ob die Einstellungen für Telefonie und Mobilfunknetz stimmen. Die Telekom empfiehlt bei Mobilfunkproblemen außerdem, die SIM-Karte testweise in ein anderes kompatibles Gerät einzusetzen. So lässt sich eingrenzen, ob die SIM-Karte oder das ursprüngliche Telefon beteiligt ist.
Wenn möglich, vergleichen Sie auch eine andere SIM-Karte im selben Gerät. Tritt das Problem nur mit einem bestimmten Gerät auf, prüfen Sie dessen Mikrofon, Lautsprecher und Telefoneinstellungen. Tritt es nur mit einer SIM-Karte oder in einem bestimmten Netz auf, wenden Sie sich mit Ihrem Fehlerprotokoll an den Anbieter. Diese Vergleiche helfen, die Ursache einzugrenzen, liefern aber keine sichere Diagnose.
Bei Festnetztelefonen hängt die Fehlersuche von der verwendeten Anlage ab. Die Anleitung für den Telekom Speedport Smart 4 Plus nennt das testweise Abschalten von HD Voice als mögliche Prüfung bei einseitiger Verständigung oder Störgeräuschen mit angemeldeten DECT-Mobilteilen. Das ist ein produktspezifischer Hinweis und keine allgemeine Empfehlung für alle Router oder Festnetzanschlüsse.

Anbieterhinweise richtig nutzen
Anbieter wie Telekom und O₂ empfehlen bei Verbindungsproblemen unter anderem, den Standort zu wechseln und das Telefon neu mit dem Mobilfunknetz zu verbinden. Außerdem raten sie dazu, eine mögliche Netzstörung zu prüfen oder WLAN-Telefonie zu testen. Diese Vorschläge dienen der Fehlersuche und setzen keinen neutralen Qualitätsstandard für einzelne Gespräche.
Auch eine Netzkarte des Anbieters gibt nur einen Anhaltspunkt. Wenn die angezeigte Versorgung nicht zu Ihren Erfahrungen passt, vergleichen Sie Ihre tatsächlichen Gespräche. Nennen Sie dem Anbieter möglichst genau, wann und wo die Störung auftrat. Geben Sie auch an, ob Sie über Mobilfunk oder WLAN telefonierten. Beschreiben Sie, ob Sie die andere Person schlecht hörten, selbst schlecht verstanden wurden oder beides.


