Ob Sie zu Hause zuverlässig telefonieren und mobil surfen können, hängt vom Empfang an Ihrem Standort ab. Netzabdeckungskarten zeigen, mit welcher Netzversorgung ein Anbieter in einem Gebiet rechnet. Den Empfang in Ihrer Wohnung und die erreichbare Geschwindigkeit sagen sie nicht verlässlich voraus.

Prüfen Sie zuerst die Karten der Bundesnetzagentur und des Anbieters, dessen Netz Ihr Tarif nutzt. Testen Sie den Empfang anschließend mit Ihrem Gerät in den Räumen, in denen Sie telefonieren oder surfen.

Mit der Bundesnetzagentur starten

Das Mobilfunk-Monitoring der Bundesnetzagentur ist ein neutraler Startpunkt, um die vier deutschen Netzbetreiber zu vergleichen: Telekom, Vodafone, Telefónica und 1&1. In der Karte können Sie nach Standort, Netz und Mobilfunktechnik wie 4G oder 5G filtern. Der angezeigte Datenstand ist Juni 2026.

Die Netzbetreiber liefern die Angaben. Daraus berechnet die Karte, wo ihr Netz im Freien verfügbar sein soll. Sie zeigt die Versorgung in quadratischen Feldern, die jeweils 100 mal 100 Meter groß sind. Selbst innerhalb eines solchen Feldes kann der Empfang unterschiedlich ausfallen. Eine gute Abdeckung auf der Karte für Ihre Straße bedeutet daher nicht automatisch, dass das Signal auch im Schlafzimmer oder im Keller reicht.

Bundesweite Zahlen geben einen Überblick. Für den Empfang an einer einzelnen Adresse ist eine Adressprüfung nötig. Nach Angaben der Bundesnetzagentur waren mit Datenstand Oktober 2025 rund 95 Prozent der Fläche Deutschlands mit 5G versorgt. Mobiles Breitband über 4G oder 5G erreichte rund 98 Prozent der Fläche. Diese Flächenwerte sagen nichts Sicheres über den Empfang in einer einzelnen Wohnung aus.

Radfahrerin nutzt ihr Smartphone an einem ländlichen Weg (KI-Symbolbild)
KI-generiertes Symbolbild

Das Netz Ihres Tarifs ermitteln

Ein Tarifname verrät nicht immer, welches Mobilfunknetz dahintersteht. Viele Anbieter nutzen das Netz eines der vier Betreiber. Prüfen Sie deshalb in den Tarifinformationen oder beim Anbieter, welches Netz Ihr konkreter Tarif verwendet. Erst dann können Sie die passende Abdeckungskarte auswählen.

Vergleichen Sie anschließend dieselbe Adresse und dieselbe Mobilfunktechnik auf der Karte der Bundesnetzagentur und auf der Karte des Netzbetreibers. Telekom, Vodafone, Telefónica und 1&1 stellen eigene Netzabdeckungskarten bereit. Diese können zusätzliche Angaben zum jeweiligen Angebot enthalten, beruhen aber auf Informationen des Anbieters selbst. Die Karten ergänzen die netzübergreifende Karte um Anbieterinformationen. Den Empfang in Ihrer Wohnung messen sie nicht unabhängig.

Achten Sie darauf, ob Prozentangaben die Bevölkerungsabdeckung oder den Anteil der versorgten Landesfläche beschreiben. Die Bevölkerungsabdeckung zeigt, welcher Anteil der Menschen in versorgten Gebieten lebt; Flächenwerte beziehen sich auf den versorgten Teil des Landes. Keine der beiden Zahlen belegt den Empfang an einer bestimmten Adresse.

Den Empfang zu Hause testen

Gebäude können das Funksignal abschwächen. Dicke Wände und Wärmeschutzverglasung beeinflussen den Empfang. Auch die Lage spielt eine Rolle, etwa in einem Tal oder nahe einem dichten Wald. Hinzu kommen das Smartphone und die Auslastung der Funkzelle. Für Ihre Entscheidung zählt der Empfang dort, wo Sie das Smartphone tatsächlich nutzen.

So testen Sie den Empfang:

  • Prüfen Sie die Räume, in denen Sie das Smartphone oder einen mobilen Router verwenden. Testen Sie bei Bedarf auch den Keller.
  • Probieren Sie Telefonate und mobile Daten aus. Wiederholen Sie den Test zu unterschiedlichen Tageszeiten, wenn die Verbindung schwankt.
  • Nutzen Sie für den Vergleich verschiedener Netze dasselbe Gerät. So hängt das Ergebnis weniger von unterschiedlichen Smartphones ab.

Wenn Sie ein anderes Netz ausprobieren möchten, können Sie eine Test-SIM-Karte nutzen. Die Bundesnetzagentur nennt sie als Möglichkeit, den Empfang am eigenen Standort unverbindlich und teils kostenlos zu prüfen. Informieren Sie sich beim jeweiligen Anbieter über die Bedingungen. Bei schwachem Mobilfunksignal in der Wohnung kann WLAN-Telefonie Anrufe über das heimische WLAN ermöglichen, sofern Smartphone und Tarif diese Funktion unterstützen.

Nutzer-Messungen richtig lesen

Die Netzcheck-Karte der Bundesnetzagentur ergänzt die Abdeckungskarten um Messpunkte von Nutzerinnen und Nutzern. Die Mobilfunk-Check-App erfasst, welches Netz und welche Mobilfunktechnik das Gerät gerade nutzt. Das kann Hinweise auf Erfahrungen in der Umgebung geben.

Die Messpunkte zeigen jedoch nicht automatisch die bestmögliche Versorgung aller Netze. Die Messpunkte hängen auch davon ab, welches Gerät genutzt wird und welcher Vertrag gilt. Auch der Ort, an dem Menschen die App nutzen, spielt eine Rolle. Laut Bundesnetzagentur bilden die Daten die Versorgung nicht zuverlässig für ganz Deutschland ab. Außerdem sind die Messpunkte räumlich ungleich verteilt. Eine leere Stelle auf der Karte beweist deshalb nicht, dass dort kein Mobilfunknetz verfügbar ist.

Auch Messwerte aus Mobilfunkmesswochen beschreiben die erfassten Messpunkte, nicht die Versorgung jeder Adresse. So wurden bei der Messwoche vom 24. Juni bis 1. Juli 2026 rund 98 Prozent der Messpunkte einem 4G- oder 5G-Netz zugeordnet. Daraus lässt sich keine ebenso hohe Versorgung in jeder Wohnung ableiten.

Modernes neutrales Smartphone liegt auf einer hellen Fläche (KI-Symbolbild)
KI-generiertes Symbolbild

Abdeckung und Geschwindigkeit unterscheiden

Die Karte zeigt, ob ein Anbieter in einem Gebiet 4G oder 5G angibt. Sie belegt keine bestimmte Datenrate. Die erreichbare Geschwindigkeit hängt unter anderem vom Empfang im Gebäude und vom Gerät ab. Auch die Zahl der Menschen, die gerade dieselbe Funkzelle nutzen, spielt eine Rolle.

Auch ein 5G-Symbol sagt nicht, dass jedes Smartphone alle Varianten des 5G-Netzes nutzen kann. Für 5G Standalone, eine eigenständige Betriebsart von 5G, müssen Gerät und Tarif geeignet sein. Wenn Sie wissen möchten, welche Geschwindigkeit Sie zu Hause tatsächlich erreichen, messen Sie sie mit Ihrem Gerät am vorgesehenen Nutzungsort.