Um einen Mobilfunktarif auf Ihrem Handy zu nutzen, brauchen Sie ein eSIM-Profil. Es enthält dieselben Zugangsdaten wie eine SIM-Karte. Je nach Anbieter erhalten Sie es per QR-Code, in einer App oder automatisch auf dem Gerät.

Bei der Einrichtung laden Sie das Profil aufs Handy und schalten den Tarif frei. Manche Anbieter erledigen beides zusammen, andere verlangen eine separate Freischaltung. Prüfen Sie die Anleitung zu Ihrem Tarif, bevor Sie einen QR-Code scannen.

eSIM-Unterstützung von Handy und Tarif prüfen

Ihr Handy muss eSIM unterstützen, und Ihr Mobilfunkanbieter muss eSIM für den gewählten Tarif anbieten. Apple nennt für das iPhone grundsätzlich die Modelle XS, XS Max und XR sowie neuere Modelle. Bei Android unterscheiden sich Unterstützung und Menüführung je nach Hersteller und Modell. Prüfen Sie die Angaben Ihres Geräteherstellers und Anbieters.

Für den Download des Profils braucht das Handy eine Internetverbindung. WLAN ist dafür eine gute Wahl, besonders wenn Ihre bisherige SIM bereits abgeschaltet wurde. Halten Sie außerdem die Zugangsdaten Ihres Anbieters bereit. Je nach Verfahren benötigen Sie etwa ein Kundenkonto, eine Sicherheitsbestätigung oder eine ePIN.

Bei einem neuen Tarif bekommen Sie das Profil während der Bestellung oder danach. Wenn Sie bereits Kundin oder Kunde sind, können Sie bei vielen Anbietern Ihre SIM-Karte gegen eine eSIM tauschen oder eine zusätzliche eSIM bestellen. Ob das etwas kostet, hängt vom Tarif und Anbieter ab. Prüfen Sie die aktuelle Preisliste, denn es gibt keinen einheitlichen Preis.

Neutrale SIM-Karte liegt neben einem Smartphone (KI-Symbolbild)
KI-generiertes Symbolbild

Tarif und Netz prüfen

Eine eSIM beschreibt die Form der SIM-Karte. Sie sagt nichts darüber aus, wie lange ein Tarif läuft, wie viel er kostet oder in welchem Netz er funkt. Lesen Sie dazu die Vertragszusammenfassung und das Produktinformationsblatt. Achten Sie besonders auf die Laufzeit, die Kündigungsfrist und darauf, wie oft der Anbieter abrechnet.

In Deutschland betreiben Telekom, Vodafone, Telefónica und 1&1 Mobilfunknetze. Prüfen Sie auf der Mobilfunk-Karte der Bundesnetzagentur, wie gut der Empfang an den Orten ist, an denen Sie sich regelmäßig aufhalten. Ein Tarifname allein sagt nicht zuverlässig aus, welches Netz Sie nutzen.

§ 56 des Telekommunikationsgesetzes legt die Regeln für die erste Vertragslaufzeit fest. Anbieter müssen außerdem eine Vertragsoption mit höchstens zwölf Monaten Laufzeit anbieten. Verlängert sich ein Vertrag nach der Mindestlaufzeit automatisch, können Verbraucherinnen und Verbraucher ihn anschließend mit einer Frist von einem Monat kündigen. § 59 regelt, wie Sie Ihre Rufnummer mitnehmen können. Dafür müssen Sie einen eigenen Vorgang starten. Die Nummer wird nicht automatisch mitgenommen, wenn Sie eine eSIM installieren.

Profil installieren und aktivieren

So gehen Sie grundsätzlich vor. Die Bezeichnungen auf dem Handy und die Reihenfolge beim Anbieter können abweichen:

  1. Bestellen oder beantragen Sie beim Anbieter das eSIM-Profil für Ihren Tarif.
  2. Verbinden Sie das Handy mit WLAN oder einer anderen Internetverbindung.
  3. Öffnen Sie die SIM- oder Mobilfunkeinstellungen und wählen Sie die vom Anbieter vorgesehene Einrichtung. Sie läuft etwa per QR-Code, App oder automatischer Bereitstellung.
  4. Geben Sie eine angeforderte ePIN oder einen Sicherheitscode ein.
  5. Prüfen Sie im Kundenkonto oder in der Anbieteranleitung, ob Sie den Tarif zusätzlich freischalten müssen.
  6. Testen Sie Anrufe und mobile Daten. Starten Sie das Handy neu, wenn es sich nach der Aktivierung nicht ins Netz einwählt.

Auf dem iPhone finden Sie die Einrichtung in den Mobilfunkeinstellungen unter „eSIM hinzufügen“. Dort können Sie den QR-Code mit der Handykamera scannen. Auf einem Google Pixel führt der Weg über „Netzwerk & Internet“ und „SIMs“ zu „SIM hinzufügen“ beziehungsweise „eSIM einrichten“. Andere Android-Geräte verwenden teils abweichende Menübezeichnungen.

Wenn der QR-Code auf demselben Handy angezeigt wird, lässt er sich nicht einfach mit dessen Kamera scannen. Öffnen Sie ihn auf einem zweiten Bildschirm oder nutzen Sie eine alternative Einrichtung, sofern der Anbieter sie anbietet. Dazu zählen zum Beispiel eine Anbieter-App, ein Einrichtungslink oder eine manuelle Eingabe.

eSIM-Aktivierung bei Telekom, Vodafone und O₂

Ein QR-Code ist nur eine von mehreren Möglichkeiten. Die Telekom beschreibt je nach Bestellung eine automatische Bereitstellung, eine Zuordnung über die Gerätekennung oder einen QR-Code. Vodafone bietet unter anderem eine automatische Übertragung auf bestimmte Geräte sowie die Einrichtung mit QR-Code und sechsstelliger ePIN an. Bei einzelnen Prepaid-Angeboten beschreibt Vodafone auch eine manuelle Eingabe von Aktivierungsdaten.

O₂ trennt bei bestimmten Neubestellungen die Profilinstallation von der anschließenden Aktivierung. In diesen Fällen reicht es nicht, das Profil herunterzuladen. Die Aktivierung erfolgt für Neukundinnen und Neukunden über eine Webseite, für Bestandskundinnen und Bestandskunden über „Mein O₂“. Google weist bei Pixel-Geräten ebenfalls darauf hin, dass nach der Einrichtung eine Freischaltung durch den Anbieter nötig sein kann.

Die Abläufe unterscheiden sich je nach Bestellung und Tarif. Folgen Sie den Angaben in Ihrem Kundenkonto oder in der Bestätigung des Anbieters. Ein bereits verwendeter QR-Code lässt sich nicht zwingend erneut nutzen: Die Telekom gibt für ihren Code eine einmalige Verwendung an; O₂ sieht für eine erneute Installation eine Ersatz-eSIM vor.

Modernes neutrales Smartphone liegt auf einer hellen Fläche (KI-Symbolbild)
KI-generiertes Symbolbild

eSIM auf ein neues Handy übertragen

Behandeln Sie eine eSIM beim Wechsel auf ein anderes Handy nicht einfach wie eine herausnehmbare SIM-Karte. Apple unterstützt die schnelle Übertragung zwischen iPhones unter bestimmten Voraussetzungen. Wenn Sie von einem anderen Gerät zu einem iPhone wechseln, hängt der Ablauf stärker vom Anbieter ab. Auch Vodafone beschreibt Übertragungsmöglichkeiten, schließt dabei aber bestimmte Zusatzkarten aus.

Löschen Sie das alte Profil erst, wenn Sie die Anleitung Ihres Anbieters geprüft haben und die eSIM auf dem neuen Handy funktioniert. Je nach Wechselverfahren wird die bisherige SIM bei der Aktivierung des Ersatzprofils deaktiviert. Für die erneute Einrichtung brauchen Sie dann gegebenenfalls einen neuen Code oder eine Ersatz-eSIM.

Wenn sich die eSIM nicht aktivieren lässt

Prüfen Sie zuerst, ob das Handy eSIM unterstützt und eine Internetverbindung hat. Kontrollieren Sie außerdem, ob Sie den richtigen QR-Code und alle verlangten Bestätigungsdaten verwenden. Bei Vodafone finden Sie die ePIN je nach Tarif in „MeinVodafone“ oder in der App.

Ist der Code bereits verwendet oder ungültig, hilft erneutes Scannen nicht unbedingt. Die Telekom nennt einen neuen Aktivierungscode als Lösung für solche Fälle. Fragen Sie beim Anbieter nach, bevor Sie ein Profil löschen oder einen Ersatzcode anfordern. Bei O₂ dauert die Aktivierung nach Anbieterangaben normalerweise wenige Minuten, kann im Ausnahmefall aber bis zu 48 Stunden benötigen. Das ist keine allgemeingültige Aktivierungsdauer für andere Anbieter.

Wenn das Profil installiert und der Tarif als aktiv angezeigt wird, aber kein Mobilfunknetz erscheint, starten Sie das Handy neu und prüfen Sie, ob die richtige SIM für Anrufe und mobile Daten ausgewählt ist. Funktioniert die Verbindung weiterhin nicht, wenden Sie sich an den Anbieter. Dort lässt sich klären, ob noch eine Freischaltung aussteht oder ein neues Profil nötig ist.